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Von der Römerzeit ins Mittelalter

    Wir schreiben das Jahr 50 v.Chr. Ganz Galien ist von den Römern...... HALT - das ist eine
    andere Geschichte.

    Um das besagte Jahr 50 v.Chr. erweiterten die Römer ihre Grenzen Richtung Norden, und
    das Mittelrheintal wurde durch die Römer von den Kelten aus der Vorgeschichte  übernommen.
    Das bisherige Wegenetz der Kelten war nun ein Wegenetz der Römer, wobei von Colonia, dem heutigen Köln, entlang des Rheinverlaufes durch das Mittelrheintal die Hauptstraße Richtung Süden - Rom ausgebaut wurde.

    So wurde aus dem alten Keltenweg entlang des Rheins, die römische “Schnellstraße” nach Bingium - dem heutigen Bingen.

                                   
                       GNU-Lizenz: Agri_decumates_Karte von Haselburg-mueller

    Von Trier aus gab es eine Querverbindung Richtung Kemel, am Limes, wobei es hier eine
    Nebenstrecke durch das Heimbachtal, über den Rhein nach Lorch und von dort weiter durch das Wispertal gab.

                                                     
             GNU-Lizenz: Agri_decumates_Karte von Haselburg-mueller Ausschnitt

    Da der Rhein zu damaliger Zeit noch nicht für die Schifffahrt ausgebaut (vertieft und aufgestaut) wurde, war der Fluß um einiges flacher. Auch ist im Bereich des sogenannten  “Lorcher Werths” der Fluß auch breiter als Oberhalb bzw. Unterhalb der Lorcher / Niederheimbacher Bergrücken. Der Fluß verbreitert sich auf Höhe der heutigen Burg Sooneck und wird erst wieder auf Höhe des Petersackerhofes schmaler. Dadurch fällt die Flußtiefe bei dieser Breite ebenfalls nochmals ab.
    So ist es nicht verwunderlich, wenn es zu Zeiten der Kelten (vor den Römern gab es an dieser Stelle schon Keltenwege) und Römer eine Fuhrt mit kurzer “Narren” - Verbindung gab. Nach den Flußtiefen dürfte sich die Fuhrt von  der heutigen Niederheimbacher Fähranlegestelle zwischen den Auen entlang der großen Aue nach Lorch befunden haben.

                         
                                      historische Rheinkarte vom Lorcher Werth

    Welchen Übergang es zu römischen Zeiten an dieser Rheinstelle gab, ist heute nicht bekannt. Möglich wäre neben einer Furt auch der Bau einer römischen Brücke, da Cäsar die Überquerung des Rheins durch eine Furt oder mit Narren als “Unwürdig” empfunden hatte, und somit an mehreren Stellen in Rekordtempo Rheinbrücken bauen ließ.
                                           >>> Video <<<          >>> Video <<<
    Strategisch gesehen wäre im Bereich des Lorcher Werthes der Bau einer Brücke sicherlich bedeutsam gewesen, da hier, wie schon erwähnt, eine der wenigen Querverbindungen zum Limes durch die Mittelrheinbergrücken lag.

    Wer jetzt glaubt, dass es zu damaliger Zeit nur Militär gab und die Menschen in einfachen Bauten ohne Sanitär etc lebten, dem möchten wir dieses Video empfehlen.

    Einen Beleg, dass es zu römischer Zeit ein heftiges Treiben bei unserem heutigen Ort Niederheimbach gab, und dass nicht nur Soldaten anwesend waren, wurde im Jahre 1931 gefunden.

                                  

    Beim Bau einer Wasserleitung zu einem Neubau fand man im Flur “Am An(n)weg” ein ungeplündertes Römergrab. In einem Sandsteinsarg befanden sich neben dem Leichnam reichhaltige Grabbeigaben welche auf den Zeitraum 150 bis 350 n.Chr datiert wurden.

                                                                  Fundstücke:  

                                                   Bronzezeit 2200 - 800 v. Chr.

        

                                                    Römisch 3. - 4. Jahrhundert

                                                  
                           
                    
                  

                                                    Römisch 4 - 5 Jahrhundert

                                                  

                         (mit freundlicher Genehmigung des Landes Archives Bonn)

    in der Beschreibung der Fundstücke wird der Fundort als Flur Anweg genannt.
    Bei einer Fundort wird ein gelber Sandsteinsarg als Fundposition genannt, bei
    anderen
                   “.... gefunden in einem grauen Sandsteinsarg von 1,95m Länge, 54 cm
                    Breite und 42 cm Höhe. Der Deckel war an den Seiten 10 cm stark, in der
                    Mitte zu 20 cm Dicke gewölbt. Die Wände waren innen mit Rundschlag
                    versehen (die Außenwände waren nicht sichtbar). Innen war der Sarg mit
                    einer 5 cm dicken Schlammschicht gefüllt, worin sich nur noch einige
                   Zähne fanden.....” 
    Derzeit unbekannt ist, was aus diesen Steinsärgen wurde.......
    Die oben abgebildeten Fundstücke befinden sich heute in einem Außenlager und werden derzeit nicht ausgestellt.

     

                                            Fortsetzung: das Mittelalter