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Mittelalter 800 - 850 

Im Jahre 852 herrschte übermäßige Sonnenhitze, welcher eine Hungersnot folgte. Futtermangel für die Tiere, jedoch überreiche Weide für die Schweine. 

De Winter im Jahre 856 war sehr hart und trocken, im darauffolgenden Jahr 857 herrschte unter dem Volke eine große Plage / Pest und raffte die Menschen in scheußlicher Fäulniß hin, daß die Glieder vor dem Tode abfielen. 

Am 15.September 857 gab es ein schreckliches Unwetter in Cöln (Köln). In der Stadt Trier , als der Bischof Theutgaud mit dem Clerus (Amtsträger) und Volk den Gottesdienst feierte, kam eine dunkle Wolke hernieder, erschütterte die Kirche mit Donnern und Blitzen, stürzte den Glockenturm ein und erfüllte die Kirche mit solcher Finsternis, daß kaum einer den anderen erkennen konnte; und plötzlich sah man die Erde sich öffnen und einen Hund von ungeheurer Größe herausspringen und um den Altar herum laufen. 

Große Erschütterungen in verschiedenen Städten und Gegenden gab es am 1.Januar 858, am heftigsten jedoch in Mainz, wo vieles Mauerwerk zusammen stürzte. 

Der Winter war lang, und bei fortwährenden Schnee und Eis hart, und zog sich vom Monat November 859 bis zum April 860 hin. 

Im Jahre 862 gab eine große Hungersnot und Krankheit in Deutschland und in anderen Teilen Europas. Der Winter von 862 auf 863 war stürmisch, veränderlich und sehr regnerisch, fast ganz ohne Eis. 

Im Herbst 867 erschreckten viele ungewöhnliche Himmelserscheinungen, darunter am 9.Oktober eine große Erschütterung, die Gemüter der Menschen; weshalb von den Königen ein Edikt erlassen wurde, daß bei dem drohenden Schrecken von Hungersnot und Pest ein allgemeines dreitägiges Fasten gehalten werden soll. 
Die gefürchteten Übel trafen auch schon im Anfang des Jahres 868 ein:
Ein Komet vom Januar bis Feruar, Stürme und Regengüsse verursachten Überschwemmungen und Verwüstungen der Äcker und Gebäude, dann raffte eine Seuche unter Mensch und Vieh unzählige fort und es folgte eine schreckliche Hungersnot.

Der erlauchte Heririch, im Begriff eine Wallfahrt nach Rom anzutreten, schenkt öffentlich am 21.August 868 zu Weinsheim (Kreis Kreuznach) in Gegenwart des Abts Ansbach von Prüm, des Gaugrafen Megengard, sowie der Vornemsten und Schöffen des Gaues, dem Kloster Prüm als Allmosen, u.a. einen Wald im Soonwald (Sana silva) und 70 genannte Hörige (Angestellte). 

Der ganze Sommer des Jahres 872 war durch Hagel und Gewitter den Früchten sehr verderblich und viele Menschen und Vieh sollen vom Blitz erschlagen worden sein. 

Durch das plötzliche Schmelzen des Schnees entstand unverhofft, namentlich an den Ufern des Rheins, im Anfage des Jahres 873 eine große Überschwemmung, welche eine große Menge Menschen mit Gebäuden und Feldfrüchten zu Grunde richtete. 

König Ludwig der Deutsche kam zu Anfang des Monats Mai 873 nach Mainz und fuhr den Rheinfluß herab nach Aachen

Im August 873 entstand eine große Hungersnot in Deutschland und Italien, wodurch viele Menschen umkamen; und in der Mitte des Monats erhob sich die alte Plage der Ägypter, eine unermessliche Menge Heuschrecken erschienen von Osten her und bedeckte wie Schnee die Äcker und Wiesen, wo sie alles, was grün war, verzehrten.

Der Winter war gar rauh und ungewöhnlich ausgedehnt. Vom Anfang November 873 bis zum Frühlings-Äquinoctiom 874 fiel unablässig Schnee, welcher die Wälder ganz unzugänglich machte, und viele Menschen und Tiere kamen durch die Kälte um, weil sie sich kein Brennholz verschaffen konnten.
Rhein und Main waren lange Zeit fest zugefroren, so daß man sicher darüber schreiten konnte.
Darauf bewirkte ein langer Sommer 874 große Dürre des Heus und Mangel an Getreide.
Im July 874  kam König Ludwig der Deutsche aus Bayern nach Frankfurt (Main), von wo er nach kurzem Aufenthalt an den Rhein zog, bei Bieberich zu Schiffe stieg und nach Aachen reiste.

Auf die Nachricht, im Jahre 876, von dem Tode Ludwig des Deutschen fällt sein Bruder Carl der Kahle in räuberischer Weise über Aachen und Cöln (Köln) in dessen Reich ein, um seinen Neffen König Ludwig des Jüngeren, das linke Rheinufer zu entreißen. Ludwig schlägt sein Lager dem Carls gegenüber auf der rechten Seite des Rheins auf und versucht, während er sein Heer verstärkte, durch Unterhandlungen seinen Oheim vergebens zum Frieden zu bewegen; verläßt aber in der Nacht mit seinen Truppen das Lager, ohne es abzubrechen, überschreitet mit seinem Heere zwischen Koblenz und Andernach den Fluß und besetzt die Festung Andernach. 
Am 8.Oktober 876 kommt es daraufhin zur Schlacht bei Andernach

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Darstellung der Schlacht bei Andernach von 876 in einer französischen Chronik aus dem 14. Jahrhundert (Chroniques de France ou de St Denis, ca. 1332-1350).
Quelle: Wikipedia-DE 
             (freies Bild) 

Im Jahre 877 lastete das italische Fieber und eine Augenkrankheit schwer auf dem germanischen Volk, besonders den um den Rhein wohnenden. 

Eine Rinderpest wütete im Jahre 878 auf das Füchterlichste in Germanien, besonders am Rhein, auf welches Unglück eine nicht geringe Sterblichkeit der Menschen folgte. 

Ein rauer Winter 879-880 und länger als gewöhnlich ausgedehnt; der Rhein und Main von Kälte zugefroren, gestatteten lange Zeit eine Betretung. 

Die Nordmannen, welche sich im November 881 aus ihrem Winterlager zu Esloo bei Mastricht über das Gebiet der Ripuarier ergossen und alles mit Mord, Raub und Brand verheert, auch die Städte Köln, Bonn mit dem nahe liegenden Zülpich, Jülich und Neuss verbrannt, dann die Pfalz, Aachen und die Klöster Cornelimünster, Malmedy und Stablo in Asche gelegt hatten, dringen durch den Ardennerwald streifend, am Tage (06.Januar 882) der Erscheinung des Herrn in das Kloster Prüm ein, wo sie sich 3 Tage aufhalten und die ganze umliegende Gegend ausplündern. 

Im Mai, Juni und Juli 886 fiel vom Himmel solche Menge Regen Tag und Nacht ohne Unterlaß, daß Keiner aus der gegenwärtigen Zeit versichert, solches Übermaß von Wasser gesehen zu haben. Wodurch die Flüsse an verschiedenen Orten anschwollen und mancherlei Früchten sehr schädlich wurden. Denn, der Rhein über sein Bett ausgetreten, hat an allen vom Ursprung bis zum Eintritt in das Meer ihm anliegenden Orten, Korn, Lein und Heu fortgeführt. 

Am 4.Februar 900 erfolgt die Erhebung Ludwigs IV, des einzigen ehelichen Sohnes Kaiser Arnufs, kaum 6 Jahre alt, zum König durch die Großen des Reichs mit Ausnahme der Lothringer, zu Forchheim in Franken 


Fortsetzung: Das Mittelalter 900 n.Chr. 

Quellenfundus

  • Mittelrheinische Regesten
         Bd. I (0509-1152)
         ​​​​​von Ad. Goerz (1876)