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   Mittelalter vor dem Jahr 800

Im Jahre 801 verspürte man an einigen Orten am Rhein, in Gallien und Deutschland ein Erdbeben, welches besonders in Italien in der Nacht vom 30.April, als Kaiser Carl zu Spoleto sich aufhielt, vielen Schaden anrichtete. Auch brach wegen der ungemein milden Witterung des Winters die Pest aus. 

Im Winter 803 war im Palast zu Aachen und in der Umgebung ein Erdbeben zu spüren, auf dass dann eine große Sterblichkeit folgte.

Der Winter 807 war äußerst milde und sehr ungesund. 

Während Kaiser Carl sein weites Reich 810 durchzog, soll Godofrid, der König der Nordmannen, in die Grenzen des Frankenreichs eingefallen sein und sich den Moselgau zum Sitze seines Reiches gewählt haben; eines Tages aber auf der Entenjagd sei er von seinem Sohne, dessen Mutter er wegen einer anderen Frau verstoßen wurde, ermordet worden und daraufhin seien die Nordmannen aus dem Frankenlande entflohen.
(Anderen glaubwürdigen Berichten befand sich jedoch der Dänenkönig Gogofrid zu Hause, als sein Heer in diesem Jahr in Friesland einfiel und wurde dort von einem aus seiner Umgebung ermordet)

Im Jahre 810 brach auch eine heftige Rinderpest aus.

Ein sehr harter Winter, der bis Ende März 811 anhielt. 

Kaiser Carl der Große stirbt am 28.Jan 814 in der dritten Stunde (nach 9 Uhr Morgens), im 72.Jahre seines Alters, im 47. seiner Herrschaft, im 43. seit der Eroberung Italiens und im 14. seitdem er Kaiser und Augustus benannt worden war, im Palast zu Aachen am 7. Tage seiner Krankheit und wird in der von ihm erbauten Marienkirche beigesetzt. 

Der Rhein durch Alpenwasser angeschwollen richtete im Sommer des Jahres 815 eine ungewöhnliche Überschwemmung an. Auch soll die Wocara, ein Bach bei St. Goar, um diese Zeit heftig angeschwollen sein und großen Schaden verursacht haben. 

Im August 819 begab sich Kaiser Ludwig der Fromme nach Schluß des Reichtags in Ingelheim (letzte Urkunde am 7.August 819 datiert) zuerst nach Cruciniacum (Creuznach / Bad Kreuznach), dann nach Bingen, fuhr von hier den Rhein hinunter nach Confluentes (Coblenz / Koblenz) und zog dann in den Ardenner Wald auf die Jagd. 

Im Jahre 820 hatten die anhaltenden Regengüsse und die überaus feuchte Luft große Übel zur Folge. Unter Menschen und Vieh wütete weit und breit eine Seuche mit der größten Heftigkeit und es gab kaum einen Strich Landes im ganzen Frankenreich, der von ihr verschont geblieben wäre. Auch das Getreide und Gemüse ging bei dem fortwährenden Regen zu Grunde und konnte entweder nicht geerntet werden, oder es verfaulte in den Scheuern. Nicht besser stand es mit dem Wein, der in diesem Jahre einen höchst spärlichen Ertrag gab und dabei noch wegen des Mangels an Wärme sauer und unlieblich wurde. In einigen Gegenden aber war, da das Wasser von den austretenden Flüssen noch in der Ebene stand, die Herbstaussaat ganz unmöglich, so daß vor dem Frühjahr (821) gar kein Korn in den Boden kam. 

Wegen des anhaltenden Regenwetters im Jahre 821 konnte die Herbstsaat in mehreren Gegenden nicht vorgenommen werden. Darauf folgte ein ungemein langer und strenger Winter, bei dem nicht allein die Bäche und mittleren Flüsse, sondern selbst die größten und bedeutensten, der Rhein und die Donau, die Elbe und die Seine, sowie die anderen dem Ozean zufließenden Ströme Galliens und Deutschlands mit einer so starken Eisdecke überzogen wurden, daß 30 Tage oder noch länger Frachtwagen wie auf einer Brücke herüber und hinüber fahren konnten. Später verursachte dann der Eisgang (822) den am Rhein gelegenen Orten nicht geringen Schaden.

Vom Jahre 823 werden mehrere außergewöhnliche Vorfälle berichtet: Darunter ein Erdbeben im Palast zu Aachen. In vielen Gegenden wurden die Früchte vom Hagel zerstört. Auch in Häuser schlug der Blitz ein und Menschen und Tiere wurden von ihm in ungewöhnlicher Anzahl getroffen. Darauf folgte eine tödliche Pest, die im ganzen Frankenlande wüstete und eine zahllose Menge an Menschen von jedem Alter und Geschlecht hinwegraffte. 

Im Februar 831 kam es zu einer neuen Reichsteilung Kaiser Ludwigs zu Aachen, wodurch die frühere Teilung von 817 aufgehoben wurde.Sie richtete sich nach der von Carl dem Großen im Jahre 806 entworfenen Teilungsakte.
Lothar behielt die Kaiserkrone, wurde aber auf Italien beschränkt;
Ludwig empfing zu Bayern, Thüringen, Sachsen, Friesland, Ripuarien, die Niederlande im weitesten Umfange und vielleicht auch Ostfranken mit den Gauen Worms und Speyer;
Carl zu Alamanien den größten Teil von Burgund, die Provence, Septimanien, die spanische Mark und ein ansehnliches Stück des mittleren Frankens, das Moselland ( mit den Gauen Waver, Mosel, Trier etc.), die Gaue von Laon und Reims, sowie die an der oberen Maas und Aisne;
Pipin zu Aquitanien alles Land zwischen Seine und Loire und 28 Gaue nördlich der Seine

Am 1.März 834, einem Sonntag, wird Kaiser Ludwig, nachdem er seit dem Verrat auf dem Längenfelde ( am 29.Juni 833 ) von seinem Sohne Lothar als Gefangener herumgeführt und zur Thronentsagung gezwungen worden war, von den Bischöfen und dem Volke in St. Denis wieder in die Regierung eingesetzt.
"... Und selbst die Elemente schienen sein Unglück zu bedauern und dem wiedergeborenen Glück zu wünschen; denn bis zu dieser Zeit hatten so gewaltsame Stürme und heftige Regengüsse gewütet, und wegen der Winde die Flüsse gar nicht zu befahren waren. Nun aber zeigten sich die Elemente so einig, daß bald die Wut der Winde sich legte und des Himmels Antlitz in der früheren, seit längerer Zeit nicht gesehenen Heiterkeit erschien......"
Somit bis zum besagten 1.März Schlechtwetterperiode mit Hochwasser und Stürmen, danach Abflauen der Winde und Sonnenschein. 

Im Juni 838 entzieht Kaiser Ludwig, auf dem Reichstage zu Nymwegen, seinem Sohne Ludwig alle Länder, welche er sich außer Bayern angeeignet hatte. Nämlich Elsaß, Sachsen, Thüringen, Austrien und Alamanien

Am 30. Mai 839 erfolgt die Aussöhnung Kaiser Ludwigs mit seinem Sohne Kaiser Lothar zu Worms und eine neue Teilung des Reiches folgt.
Lothar erhält zu Italien die Länder östlich der Rhone und Saone bis zur Mündung der Maas (einen Teil von Burgund, die Grafschaft der Calmontenser [das südöstliche Lothringen], das Herzogtum der Moseller [auf dem rechten Ufer mit der Hauptstadt Trier], die Grafschaften der Ardunner [auf dem linken Moselufer, einen Teil Luxemburgs umfassend] und Condorusto [zwischen Maas und Ourt], das Herzogtum Ripuarien [mit der Hauptstadt Cöln], das Wormazland, den Speiergau, Elsas etc. 
Carl erhält den westlich gelegen Teil und 
König Ludwig bleibt auf Bayern beschränkt. 

Am 5. Mai 840, dem Mittwoch vor Christi Himmelfahrt, war eine so große Sonnenfinsternis, daß die Sterne wie in der Nacht am Himmel sichtbar wurden. 
(nach anderen Berichten war es der Dienstag nach dem Markustag, am 27.April)

Am 25 Juni 841 kommt es zu einer sehr blutigen Schlacht zwischen Kaiser Lothar und seinen Brüdern Ludwig und Carl bei Fontenoy im Gau Auxerre (wahscheinlich Fontenoy en Puisaye), worin Lothar geschlagen wurde. 
Auch wird berichtet, daß der Sommer, in dem jene Schlacht statt gefunden hatte, sehr kalt gewesen war und alle Früchte erst spät geerntet werden konnten. 

Am 14.Februar 842 trafen die beiden königlichen Brüder Ludwig und Carl mit ihren Heeren zu Straßburg zusammen und schworen sich in romanischer und deutscher Sprache den berühmten Eid gegenseitiger Treue. 
An diesem Tage trat große Kälte ein und es fiel starker Schnee

Die beiden Brüder, die Könige Ludwig und Carl, brechen als sie die Nachricht erhielten, daß ihr Bruder Kaiser Lothar, die von ihnen aus Worms an ihn geschickten Gesandten abgewiesen haben, zornentbrannt am 17.März 842 von Mainz auf, um Lothar anzugreifen. 
Am anderen Tage (18.März) um die 6. Stunde treffen sie zu Coblenz ein; 
Carl (mit der Reiterei) auf dem beschwerlichen Weg über den Wasagus (Hunsrücken), 
Ludwig über Bingen und von da aus auf dem Rhein
Carlomann (Ludwigs Sohn) durch Einrich (rechte Rheinseite). 
Nachdem sie im Kloster des heiligen Castor ihr Gebet verrichtet und die Messe gehört haben, setzen sie zu Schiffe über die Mosel. Als dies - die hier von Lothar, welcher in der Pfalz und dem Hofgut Sinzig (Sinciacum) verweilte -  aufgestellten Wachen sahen, ergriffen sie erschrocken die Flucht. Als dies Lothar vernahm, eilte er, von Wenigen begleitet, weiter bis zur Rhone, wo er Halt machte, und ihm die Brüder folgten, nachdem sie die ganze Gegend der Ripuarier verwüstet hatten. 

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Fränkische Reichsteilung nach dem Vertrag von Verdun 843.
Quelle: Wikipedia-DE GNU-Lizenz


Im Monat August 843 (ungefähr um den 10. August) kommt es zum Teilungsvertrag zu Verdun, wodurch die drei Könige in eigener Person eine Teilung der fränkischen Lande vornahmen und dem erbitterten Bruderkriege ein Ende gemacht wurde.
König Ludwig der Deutsche erhielt die Länder auf dem rechten Rheinufer und auf dem linken die Städte und Gaue von Speyer, Worms und Mainz (letztere nach Regino wegen des Weinwachstums).
Lothar behielt den Kaisertitel und bekam zu Italien, der Province, einen Teil von Burgund, den Elsaß, das übrige Rheinufer (das Erzstift Trier mit seinen Suffraganbistümern bis nach Chaumont an der Marne), Ripuarien von der sächsischen Grenze bis zur Maas und Scheldemündung, nebst ganz Friesland.
König Carl erhielt die westlich hiervon gelegenen Länder bis zur spanischen Grenze. 

Der Winter war bis Anfang Februar 844 sehr mild und durch öfters schönes Wetter gemäßigt - schreibt Prudentius, Bishof von Troyes.

Nachdem im Winter die Menschheit durch Überschwemmungen der Gewässer viel gelitten hatte, verbrannte im darauffolgenden Sommer 850 allzugroße Sonnenhitze die Erde und schwere Hungersnot drückte die Völker Germanies, namentlich die um den Rhein wohnenden; denn ein Modius Getreide (1 Modius = 16 Sextarien = etwa 8,7 Liter) wurde in Mainz für 10 Siclen Silber verkauft - etwa das 20fache des höchsten Wertes. 

Quellenfundus